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Vibrationswendelförderer
für Schüttgüter |
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| Die in der mechanischen
und thermischen Verfahrenstechnik zunehmend eingesetzten schwingenden
Wendelförderer nutzen die Möglichkeit, ein Schüttgut
mit Hilfe von Mikrowurfbewegungen auf einer schiefen Ebene aufwärts
zu fördern. Anders als bei linearen Schwingförderern verläuft
die Förderbahn des Wendelförderers jedoch nicht gerade,
sondern schraubenförmig. Dementsprechend werden unter einem
bestimmten Anstellwinkel Drehschwingungen um die Mittelachse des
Wendelturms eingeleitet. Das Fördergut bewegt sich dann auf
einer schraubenförmigen Bahn nach oben. Während bei linearen
Schwingförderern die auf das Fördergut einwirkende Beschleunigung
normalerweise an jedem Punkt des Förderbodens gleich ist, verhält
sich die Größe der Beschleunigung beim Wendelförderer
proportional zum Bahnradius. Die Betriebsverhältnisse werden
also von den Förderbedingungen am Innenradius der Wendelbahn,
d.h. in der Zone mit der größten Steigung und der geringsten
Beschleunigung, entscheidend bestimmt.
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Bild 1: Wendelförderer in der Endmontage |
| Bei der theoretischen Betrachtung
der dynamischen Verhältnisse treten anstelle von Masse und
Beschleunigung beim Linearförderer Trägheitsmoment und
Winkelbeschleunigung beim Wendelförderer. Die Auslegung hochbelasteter
Bauteile wird mit rechnerischen Spannungsanalysen nach der Finite-Elemente-Methode
überprüft. Im Bild 3 ist die modellierte Struktur eines
Wendelförderers dargestellt. Die Dimensionierung richtet sich
nach dem geforderten Massenstrom, der benötigten Wärmetauscherfläche
bei prozeßtechnischen Anwendungen sowie der vorgegebenen oder
zur Verfügung stehenden Förderhöhe. Konstruktive
Beachtung muß vor allem der Torsionsfestigkeit und Biegesteifigkeit
des Wendelturms gelten. Die gebräuchlichen Ausführungen
bewegen sich in einem Bereich zwischen 500 und 1500 mm Durchmesser
und Förderhöhen zwischen 1 und 7 m. Bei einem Durchmesser
von 1500 mm sind Massenströme bis zu etwa 30 m³/h möglich.
Die Bedeutung des Wendelschwingförderers in der modernen Schüttguttechnik
beruht zum einen auf der reinigungsfreundlichen und hygienischen
Betriebsweise und zum anderen auf der einfachen Verknüpfung
des Fördervorgangs mit verfahrenstechnischen Wirkungen. |
Bild 3: Strukturmodell eines
Wendelförderers |
Bild 2: Wendelförderer 1400 mm in der Fertigung
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| Da für Aufgaben der Prozeßtechnik, z.B. für
die Trocknung oder Kühlung von Schüttgütern, relativ
große Austauschflächen auf einer kleinen Grundfläche
realisiert werden können, liegt hier ein bedeutendes Anwendungsgebiet
der Wendelschwingförderer. Im Unterschied zu Wendelförderern
für reine Förderaufgaben besitzen Wendelförderer
für thermische Prozesse Förderböden, die als Wärmetauscherplatten
ausgeführt sind. Die Wärmetauscherböden werden aus
zwei Blechen von meist unterschiedlicher Wanddicke hergestellt,
die durch rasterförmig gesetzte Schweißpunkte miteinander
verbunden sind. Der durch je eine innere und äußere umlaufende
hermetisch abgedichtete Zwischenraum wird durch einen hydraulisch
erzeugten hohen Druck kissenförmig aufgewölbt, so daß
durch den so entstandenen druckfesten Kanal ein Wärmeträgermedium
geleitet werden kann. Eine besondere Bedeutung bei der Herstellung
der Wärmetauscherböden hat heute das Laserschweißverfahren
erlangt. Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der früher
meist angewendeten Widerstandsschweißung (Rollnaht- oder Punkt-schweißung)
besteht vor allem darin, daß die Nahtoberfläche um die
kreisförmigen sogenannten Kissenfestpunkte sich auch nach dem
Aufpumpen ohne Kerben darstellt und somit erheblich beständiger
gegen Spaltkorrosion ist als eine Widerstandsschweißverbindung.
Bild 2 zeigt die Unterseite von lasergeschweißten Wärmetauscherböden.
Als Wärmeträger sind je nach Aufgabenstellung Wasser,
Dampf oder Thermoöl gebräuchlich. Der Vollständigkeit
halber ist noch darauf hinzuweisen, daß geringfügige
Kühl- oder Trocknungseffekte auch ohne Wärmetauscherböden,
d.h. durch reine Konvektion oder durch Aufblasen von Luft auf den
Produktstrom möglich sind. Maßgeblichen Einfluß
auf die Dimensionierung der benötigten Wärmetauscherfläche
hat neben der spezifischen Wärmekapazität und der zu erzielenden
Temperaturdifferenz des Produktes der mögliche Wärmetransport
innerhalb der Produktschicht und zwischen Schicht und Wärmeträger.
Die hierfür anzusetzende Wärmeübergangszahl ist von
der Korngrößenverteilung und der Schichthöhe abhängig,
so daß häufig auf eine experimentelle Ermittlung nicht
verzichtet werden kann. Die Bestimmung der Wärmedurchgangszahl
ist auf isolierten Testförderern mit großer Genauigkeit
möglich.
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| Bild 4: Kühlwendelförderer
in einer Kunststoff-Fabrik
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| Der Einsatz von Vibrations-Wendelförderern gehört
in zahlreichen Industriebereichen zu den Standardlösungen bei
der Schüttgutbehandlung. Kunststoffgranulate, Kautschukgranulate,
chemische und pharmazeutische Vor- und Zwischenprodukte, Metallsalze,
Schweißpulver, Glasgemenge, Katalysatoren, Schleifmittel und
Asche sowie Milchpulver, Pulverkaffee, Tee, Nüsse, Nährmittel
und Zerealien werden gefördert, getrocknet und gekühlt.
Wegen der Vielfalt der Produkte und deren Eigenschaften erfolgt
die Auslegung fast grundsätzlich projektbezogen, wobei selbstverständlich
standardisierte Abstufungen der Wendeldurchmesser berücksichtigt
werden. In Bild 1 sind fünfzehn Kühl- und Trocknungswendelförderer
verschiedener Durchmesser und Höhen während der Endmontage
zu sehen. In zahlreichen Anwendungsfällen wird eine staubdichte
oder sogar gasdichte Ausführung des Wendelturms gefordert.
Hierfür gibt es erprobte Lösungen wie zum Beispiel mitschwingende,
schnell abnehmbare Mäntel aus Metall oder Gummi oder feststehende
Gehäuse mit den benötigten Inspektions- und Reinigungsöffnungen.
Bild 5 und 6 zeigen verschiedene Ausführungsarten. Für
sehr kleine Massenströme werden auch Wendelförderer mit
rohrförmigem Förderquerschnitt gebaut. Weitere Sonderausführungen
sind mehrbahnige Wendelförderer und solche mit integrierten
Siebstrecken. Abschließend ist noch zu erwähnen, daß
Wendelförderer selbstverständlich auch für die Förderung
von oben nach unten ausgelegt werden können. Hiervon macht
man bei der schonenden Abwärtsför-derung von Schüttgütern
oder bei der thermischen Behandlung von Produkten mit geringer Förderwilligkeit
Gebrauch. |
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| Bild 5: Staubschutzverkleidung,
bestehend aus Elementen aus Edelstahlblech |
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Bild 6: Wendelförderer mit Staub- und /Schallschutzgehäuse.
Das Gehäuse besteht aus zwei an Laufschienen beweglichen Hälften,
die im Reinigungsfall auseinander gefahren werden können.
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